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News-Flash


Reflexe, Einfälle, Ausfälle, Blitz- und Irrlichter

·^· Diese Ecke habe ich eingerichtet um auf (all)tägliche, meine Aufmerksamkeit erweckende Ereignisse reagieren zu können, ohne daraus eine tageszeitungsähnliche Funktionalität abzuleiten. Lassen wir den Rahmen weit gespannt, schränken wir uns nicht ein. Diese Ecke wird manchmal dicht, manchmal sporadisch. je nach Lust, Laune und Anlass bedient werden. Auch Sie sind aufgefordert über falsche Stil-und Denkblüten, über verkorkste Programme, medial öffentliche Auf- und Hinfaller zu berichten. Nutzen Sie die E-mail Funktion. Und seien Sie nicht böse, wenn Ihre Message nicht gleich oder gar nicht geposted wird.


Licht ins Dunkel

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Vor kurzem war ich auf einem meiner sporadischen Ausflüge in den entrischen Gründ des Internets, in the Darksite of the Web.
Dabei habe ich auch die Website jener Organisation aufgesucht, die sich nach einer nordischen Stadt nennt.
Dort habe ich an prominenter Stelle einen von den zuständigen Herren empfohlenen Link gefunden, der mich wieder zu einem österreichischen Produkt geführt hat.
Und da fand ich alles versammelt, was so an Rechtsradikalität, Rassismus und Neo Nazitum denkbar ist in Form von Buch und Schrifttumsbewerbung, einer Ansammlung von Beschimpfungen aller demokratischen Orientierungen und eine Versammlung "unkorrekter" Links, die mir den Atmen geraubt hat.
"Unkorrekt" deswegen von den Herren selbst gewählt, weil die Hauptstossrichtung ihres derzeitigen Kampfes gegen die Sprache der Political Correctiness, gegen das damit verbundene Menschenbild und wider die entsprechenden Menschenrechte gerichtet ist.
Und selbstverständlich ist die Rechtsradikal-Page und die zugehörigen Dateien auf einem US-Server zu Hause.
Wie lange werden die USA noch zusehen, wie ihre europäischen Partner und Freunde von US Territorium aus via Internet rechts - ideologisch & extremistisch & demokratiefeindlich unterwandert werden ?
Ich finde es eigenartig, wenn die Gegner des Humanismus und der Freiheit im Namen der Freiheit agieren dürfen.
Aus bekannten Gründen nennen wir weder Namen der Herren (die aller Wahrscheinlichkeit nach Decknamen sind) noch ihre Web-Adressen. Die allerdings sind echt.


Info Design macht Schule

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Wie ich jüngst den Sites von Netway und Kurier ansehen konnte, haben sie sich vor kurzem auch eine Frame-Oberfläche zugelegt.
Daran freut uns ausserordentlich, dass sie eine ähnliche Oberflächen- und Steuerungsstruktur wählten, wie wir sie vor mehr als einem halben Jahr entwickelt haben und unseren Usern seitdem anbieten. Ehrenvoll für uns, dass den grossen Elephanten partout nichts besseres eingefallen ist.

Resümee - 1 Jahr Electronic Journal Literatur Primär im Web Space

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Ich nehme die jüngst erfolgte explizite Erwähnung des Electronic Journal Literatur Primär in Yahoo Deutschland zum Anlass, eine inhaltliche Eigendefinition des Journals zu versuchen sowie ein Resümee des ersten Jahres unserer Web-Präsenz zu ziehen.
Yahoo lenkt in seiner Mitteilung den Blick von den "schnöden irdischen Niederungen, hin zum Schöngeistigen" und meint "mittlerweile hat das deutschsprachige Internet auch eine Menge Kultur zu bieten" und führt dann im weiteren das Electronic Journal Literatur Primaer an.
Die gelungene Aufmachung wird allenthalben gelobt und das qualitätsvolle Angebot hervorgehoben, wie Sie sich unter "Meinungen und Kommentare" überzeugen können. Auch die österreichische Herkunft und der Bezug zu österreichischer Kultur wird vermerkt. Man ist im Laufe des nunmehr einjährigen Bestandes auf das Electronic Journal Literatur Primär in der unüberschaubaren Fülle der Websites aufmerksam geworden. In den letzten Monaten werden kontinuierlich um die 8000, im November 12000 Zugriffe vermerkt.

Zuwenig wahrgenommen erscheinen mir die unterschiedlichen inhaltlichen Ebenen. Aus vereinzelten Mails lässt sich jedoch schliessen, dass auch dieser Kontext erkannt und goutiert wird.
Das Journal ist als hybrider Inhalt angelegt. Einerseits werden traditionelle Literatur- und Kunstformen angeboten, und andererseits versuche ich sowohl als Autor wie auch als Herausgeber der Entwicklung der Neuen Medien gerecht zu werden. Einmal in Form von kultureller Reflexion, sowie in der Präsentation und der Forcierung programmunterstützter Darstellungsformen. Letzteres ist in ersten Konturen zu erkennen und ist jedoch mit mit hohem Arbeits- und Zeitaufwand verbunden, und letztendlich eine Frage der Finanzierung.
Einige der Textpräsentationen, wie etwa der Colibri-Text von Helmut Eisendle, nutzen Linkstrukturen , die einen nicht liniearen Zugang zum Text herstellen.
Einige digitale Applikationen sind auf der Artsite zu finden, die programmtechnisch von Marcus Zelezny gelöst wurden. Ich möchte an dieser Stelle auf seine virtuellen Skulpturen hinweisen, deren Substanz aus reinem Datenprogramm besteht.
Im weiteren versuche ich in der Linkgestaltung im for.um, im virtuellen Symposion FARO 21, Konturen des Web Spaces nach zu zeichnen, die über die mögliche Entwicklung des Webs Auskunft geben.
Ich erwähne hier den Video Link ins Thing Büro sowie die Erdbild & Himmelschau Links als Beispiel. Alle führen direkt und automatisch zu Bildmaterialien, die aktuell aus der Wirklichkeit gewonnen werden. Einmal die schlichte fast Real Time Ansicht eines Tele-Arbeitsraumes , zum zweiten das Meteo Sat Bild , die vierteltägig aktualisierte Aufsicht auf unseren Kontinent und zum dritten die Adressen von Satelliten und virtuellen Observatorien, die direkt ins All führen. Diesen Link-Cluster finden Sie unter Erweiteres Raumbewusstsein - Mediale Aussichten in der Rubrikneue.medien.Selektierte Links sind also nicht nur Informationsangebot, sie können auch eine Darstellungstruktur beinhalten.

Literarische und theoretische Referenzen dazu finden sich auch im Gedicht Zyklus Land-Sat von Lisa Fritsch, in meinem Humbolt Text und in den Essays, die in der Rubrik neue.medien abgelegt sind. Das sind schlichte Beispiele einer sich anbahnenden visuellen Struktur, die über das geläufige Publishing und Präsentieren hinausgehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind jene Texte, die sich theoretisch analytisch mit bestehenden Speichermedien und deren historischer Entwicklung beschäftigen. Ich erwähne hier das Admonter Programm und den Text Wort, Schrift und Druck. Multimediale bzw. Hyper Text orientierte Umsetzungen sind geplant bzw. in Arbeit.
Inhaltlich folge ich in der Weise des Herausgebens keinen ideologisch, formal einheitlichen Vorstellungen. Es können gegensätzliche Positionen zu Wort kommen, die jedoch als solche auch erkenntlich zu sein haben. Nur so kann sich Pluralismus der verwaschenen Form des Allen und Jeglichen entziehen. Querverbindungen inhaltlicher Art gibt es einige im Journal. Darin sehe ich eine wesentliche Herausforderung an meine Aufgabe als Herausgeber.

Es ist zu hoffen, dass der Entwicklung des Electronic Journals Literatur Primaer weitere Dauer gegönnt ist. Ich möchte an dieser Stelle den Autor(inn)en danken, die ihre Beiträge zur Verfügung gestellt haben. Herzlichen Dank im Besonderen an Marcus Zelezny, der in grosszügiger und freigebiger Weise seine programmtechnischen und gestalterischen Kenntnisse sowie Fähigkeiten eingebracht hat und mit der derzeitigen Oberflächengestaltung vorbildliches geleistet hat. Ebenso Dank Reinhard Handl, der die erste Version des Journals gestaltet hat und dem THING-Team für seine freundschaftliche und kollegiale Unterstützung.
In diesem Zusammenhang möchte ich feststellen, dass Informationsdesign und Dateien Strukturierung ein wesentliches Segment der Arbeit im Neuen Medium darstellt.
Dank den öffentlichen Geldgebern, die den derzeitigen Status sichern. Und Dank auch den Usern, die die Telefongebühren bezahlen, um uns zu ereichen. In diesem Wege nimmt die öffentliche Hand zumindest jene Summe wieder ein, die sie hiefür hergegeben hat.


Das Babylon Projekt - Vorankündigung

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Die im Electronic Journal versammelten Essays des Autors zu Neuen Medien und die Admonter Texte (Barocke Informationsverarbeitung und Präsentationsformen) erscheinen im Winter 1996/97 als Hardcopy: Buch
Das Babylon Projekt
©Franz Krahberger
Ös 210,-, / DM 32,-/sfr 29
TRITON VERLAG, Wien
ISBN 3-901310-64-9
Vorbestellungen werden via E-mail des Electronic Journal Literatur Primär gerne entgegengenommen.

Der blinde Fleck

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Die Österreichische Galerie zeigt bis 3.November des Jahres im Augarten Atelier Arbeiten von 10 Künstler(n)(innen), die auf eigenes Bestreben und nicht nach Auswahl eines Kurators zusammengefunden haben.
Ich habe mir diese Ausstellung mit der Erwartung angesehen, mehr über den blinden Fleck zu erfahren, als es etwa die physiologische beziehungsweise sehtechnische Grundlage zulässt.
Und tatsächlich haben sich einige der Ausstellenden auf einen Kontext eingelassen, der über das selbstgenügsame Bild hinausweist und in Kontakt mit ethischen, zwischenmenschlichen und auch ökologischen Fragen tritt.

Christoph Nebels Humus Sublimator steht unübersehbar und sperrig im Raum. Den direkten Zutritt verwehrt eine Barrikade aus Sandsieben, Vorschlaghämmern, Schneidzangen, ein Haublock und allerlei Gerümpel in Abfallwannen.
Zerschlagenes Flaschenglas, Keyboards, Computerteile, alte Schriften und Bücher sowie eine Menge Arbeitsgerät, Vorschlaghämmer, Schneidzangen, ein Haublock und diverses mehr bilden ein geschlossenes Ensemble angehäuften Zivilisationsmülls.
Die parallel dazu angeordneten Sandsiebe bilden gegenüber dem streng gestalteten Humus Sublimator ein Art Diaphragma, eine Schnittstelle, die nur von Wenigem des vorgelagerten Mülls überwunden werden kann.
Es ist also nur Natürliches in die Natur recycelbar.
Auf die Diskussion, ob dieses gesamte Environment nun Kunst, Anti-Kunst oder Nicht-Kunst wäre, lasse ich mich nicht ein.
Die Nebelsche Installation ist eine traurige aber schlagkräftige Metapher über eines unseres grundlegendsten Überlebensprobleme. Unser Kultur- bzw. Zivilisations-Out Put, und nicht unser künstlerische Gestaltungswille, ist schlicht und einfach in den natürlichen Kreislauf nicht mehr einfügbares Material, dass nur in eine Richtung recycelbar ist, bis hin zum völlig gleichförmigen, nicht mehr strukturier-oder gestaltbaren Endmüll.
Die Entropie ist ebenso wie die Zeit irreversibel gerichtet.
Christoph Nebel hat sich jeglicher Ästhetik und jeglichen Kunstwollens enthalten. Nur so ist es gelungen, eine starke Metapher herzustellen, die auf tiefere Zusammenhänge verweist. Eine Metapher allerdings, deren Lesart sich nicht leicht erschliesst.
Nach Beendigung der Ausstellung wird Nebel die Materialien, die er zum Teil von dort hat, auf die Müllhalde bringen. Das temporär begrenzte Werk ist dann wieder aus dem Blickfeld des Betrachters. Die Müllhalde jedoch bleibt und wächst.
Aber vielleicht kommt da ein Museumsdirektor auf die Idee, dass wär doch was fuer die Sammlung... der Spoerri hat doch auch mit leergegessenen Tellern, leergetrunkenen Gläsern und Flaschen, zerknüllten Servietten und vollgefüllten Aschenbechern.....So hat sich der Nebel das aber nicht gedacht.

Zuerst war mir die Nebelsche Objektanhäufung zuwider. Aber ich muss zugeben, es macht Sinn. Und der Sinn lässt sich auch nicht so leicht vergessen.....
Und Nebel setzt damit konsequent die Linie, die er im MAK mit dem vorübergehend öffentlich rechtlichen Erholungsraum mit Sauerstoff begonnen hat, fort.

Eine andere interessante Metapher hat Engelbert Erben mit seinen unendlich fortsetzbaren Siebdrucken, die die Struktur der LEGO Bausteine, das immer gleichbleibende Verbindungselement mit dem eingeschriebenen Markenamen, der dann mittels Retusche sporadisch zu .EGO verkürzt wird, entwickelt. Auch hier liesse sich über das „platonische“ Verhältnis von Idee und Ichbezogenheit sowie Ausblendung von Wirklichkeit einiges gedanklich entwickeln.
Bezogen auf Nebel stellt Erben die Oberfläche der „Weisswaschgesellschaft“, die ihren Müll überblendet, blindsüchtig ausblendet, her.
Arye Wachsmuth metamporphisiert mittels Bildbearbeitungsprogrammen die werwölfische Seite der Menschen, und meint damit laut Katalog Kolleg(inn)en, die allesamt nicht in der Ausstellung vertreten sind.
Alles weitere sehen Sie vor Ort.


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