e.journal : [ Inhalt ]
bü.cher :
[ Inhalt | Colibri | Videospiele]
<·
Videospiele
"Ocean hat es geschafft, einen legendären Comic - und Filmhelden zu verpflichten: batman, der maskierte Kämpfer, hat die Hauptrolle in dem gleichnamigen action-adventure übernommen und zieht in den Kampf gegen seine beiden Erzfeinde penguin und joker.
Oder:
Zak Macracken and the alien mindbenders.
Zak Macracken hat herausgefunden, daß die aliens nicht erst seit heute auf der Erde ihr Unwesen treiben.
Diese Außerirdischen haben nun eine sogenannte Verdummungsmaschine gebaut, deren Aufgabe es ist, die Intelligenz der Erdbewohner langsam herabzusetzen. Zaks Mission ist nicht nur auf die Erde beschränkt; London, Mexico-city, Wien und Katmandu, sind nur einige seiner Stationen. Andere Reiserouten führen unseren nimmermüden crack auch auf einen weiteren Planeten unseres Sonnensystems - auf den Mars.
Save the world from a galactic conspiracy !
Not without Your help !"
Nun, die Aufforderung die Welt zu retten, ist eindeutig und doch hängt alles nur davon ab wie der Spieler mit seinen Händen die Knöpfe und den joystick zu bedienen weiß.
Die video-games wie thunderblade, knight rider, robocop way of exploding fist, afterburner oder wasteland lassen sich auch von der Stimmung oder dem Gefühlszustand, der sie vermitteln, beurteilen.
Daß die Besucher der Spielhallen nicht gerade Repräsentanten der Wohlstandsgesellschaft sind, weiß ich. Es ist aufschlußreich, daß video-games so oft gerade jenen Menschen zur Domäne seelischer Erholung werden, die aus ihrer sozialen Lage so etwas wie nüchterne Stimmungsverdränger sein müssen.
Oder deren einzige Gefühlsstimmung ein störrischer Gleichmut oder ein gehemmter Mißmut ist.
Oder nicht ? Spiele sind zum Spielen da und nicht zum Philosophieren.
Ach. Eine farbenfrohe Aggressionsabfuhr auf dem Bildschirm.
Sie macht doch eher zufrieden als angriffslustig. Oder ?
Mag die Faszination in der Ebene einer Flimmerwelt mit den unabdingbaren Polen von Gut und Böse, Schwarz und Weiß nach außen hin auch als Verfremdung des Ichs zur Wirklichkeit wirken, so kann man doch auch etwas anderes in ihnen sehen: vielleicht handelt es sich dabei um ein Spiel mit der immer wieder hervorgerufenen Stimmungslüsternheit.
Obwohl die video-games in ihrer Tollwütigkeit, also auch in ihrer symbolischen Zerstörungswut und der geforderten Geschicklichkeit am joystick vielen Genugtuung und Spaß
machen und vielleicht auch der Psyche dienlich sein können, spiegeln sie nicht zuletzt, meine ich, das wider, was unter anderem die große Politik uns vorzugaukeln versucht.
Die Drohphantasien - wie sie der Videospieler und der Kriegstheoretiker sich und uns vorzaubern - haben in der Wirklichkeit und in den Spielhallen ein Eigenleben angenommen. Daher, glaube ich zumindest, kommt es es da und dort zu einer kaum zu überbietenden Lernpathologie, die hier das Geschäft zum Erfolg führt und dort die Stimmungslüsternheit fördert, da die Finanzminister erfreut und dort die Sozialarbeiter zur Verzweiflung bringt.
Videospiele wirken intelligenzhemmend und fördern die Ignoranz. Indem sie Informationen vermitteln, die nur in bestimmten Spielen brauchbar sind, und die Wirklichkeit ausklammern, lernen die Teilnehmer zwar ununterbrochen, werden aber doch dümmer .
·^·