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Töne
Wieviel die wahrhaft ästhetische und ethische Würde der Musik und der Sprache gewonnen, wo man sie überwiegend zu einer Art Jongleurkunst, mit allem Flitterputz der Scharlatanerie behängt, erniedrigt, das kann wohl das unverdorbene Gefühl, der unbefangene, nüchterne Verstand eines Jeden sich selbst sagen. Das ist der Charakter des Dilettantismus, der in Politik und Kunst schon so viel Unheil angerichtet hat. Mit der dramatischen Kunst und der Musik teilt vor allem die Politik dieses Schicksal. Die Anzahl der Dilettanten, die man nicht selten unter denen findet, deren Beruf eine wahrhaft treue und ernste Vertiefung in den Gegenstand fordert, ist zu einer enormen Höhe angewachsen, und dieser flache Dilettantismus ist der Krebs, der an dem Gedeihen der Gesellschaft mit zerstörender Gewalt frißt und die gesunde Entwicklung derselben auf lange Zeit hinaus unwiederbringlich fast zu vernichten droht. Wer nicht blöde, taub oder blind geboren, kann durch Erziehung in gar manche Gebiete geführt werden, die seiner Natur ferne liegen. Wer gesunde Augen hat, kann gerade und krumme Striche zeichnen, Licht und Schatten nachahmen lernen, wenn er auch das selbständige Malen unterläßt. Mit gesunden Beinen lernt jeder tanzen und marschieren, ohne deshalb ins Ballet oder zur Kunstreiterei gehen zu müssen. Wer ein gesundes Ohr und gesunde Sinnesorgane hat, kann singen und mit schönen Tönen singen lernen, ohne deshalb ein Opernsänger oder eine Primadonna werden zu müssen, sage ich.
Ein rohes Gemüt wird mit dem Ton eines Nachtwächters zufrieden sein, aber ein erhöhter und verfeinerter Sinn wird nur an einem schönen Tag und Ton Vergnügen finden, sagt Pavarotti.
Indem die Luft aus den Lungen kräftig durch die Stimmritze getrieben wird und sonach die Stimmbänder vornehmlich die unteren in tönende Schwingungen versetzt, entsteht die Stimme, und indem sich diese Schwingungen der im Kehlkopf selbst befindlichen Luft mitteilen, und gleichzeitig die Luft wie die Wände der Luftwege ober- und unterhalb der Stimmritze in Mitschwingungen versetzen, erhält die Stimme ihre Resonanz. Die Höhe oder Tiefe der Stimme richtet sich nach dem Grad der Spannung der Stimmbänder. Je straffer diese Spannung ist und je schneller also die Stimmbänder schwingen, umso höher werden die hervorgebrachten Töne, während, wie bereits erwähnt, die natürlich durch die Grade der Spannung bewirkte Verengung oder Erweiterung der Stimmritze darauf keinen wesentlichen Einfluß, wie man sonst annehmen zu müssen glaubt, zu haben scheinen, sagt der Physiologe.
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