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Sprache
Warum nicht diejenigen Wörter und Worte wählen, die für die Menschen genau mit denjenigen Vorstellungen übereinstimmen, um die es mir geht ?
Nicht einmal denken. Es geht mir einfach darum, daß in dem Mummenschanz, zu dessen Demaskierung ich so gerne beitrüge, die Wörter nicht bloß Mittler und Helfer für vergebliche, einen Kreis bildende Assoziationen sind, nämlich Assoziationen, die gefangen gehalten werden, sondern daß sie selbstberechtigt leben, eigene Farbe, Form, Schönheit und Häßlichkeit haben, kurz, daß sie sind wie geplatzte Ballone, aus denen jeder eine neue und ganz eigene Welt bilden kann. Wenn die Sprache explodiert. Tatsächlich. Wörtlich genommen.
Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedanken.
Meine Sprache ist die Allerweltshure, die ich zur Jungfrau mache.
Ich beherrsche die Sprache der anderen. Die meinige macht mit mir, was sie will.
In keiner Sprache kann man sich so schwer ausdrücken wie in der Sprache .
Ein Gedicht ist so lange gut, bis man weiß, von wem es ist.
Umgangssprache entsteht, wenn sie mit der Sprache nur so umgehn; wenn sie wie das Gesetz umgehen; wie ein Feind umgehen; wenn sie umgehend antworten, ohne gefragt zu sein. Ich möchte mit ihr nicht Umgang haben; ich möchte von ihr Umgang nehmen; die mir tags wie ein Rad im Kopf umgeht; und nachts als Gespenst umgeht.
Die Sprache tastet wie die Liebe im Dunkel der Welt einem verlorenen Urbild nach. Man macht nicht, man ahnt ein Gedicht.
Je näher ich an das Wort herantrete, desto mehr blutet es wie der Leichnam vor dem Mörder, sagt Karl Kraus.
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