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Publikum


Eine Lesung. Ich sitze in einem Raum, vor mir eine Anzahl von Menschen, die mir zum Teil bekannt ist, zum Teil nicht. Ich blicke in einige Augenpaare und spüre etwas von Erwartung. Eine junge Frau, eine ältere Dame, ein graumelierter Herr. Franz, Margit, Herbert. Alle sind neugierig.
Schließlich muß es ja einen Grund für diese spezielle Situation geben. Ich fühle mich ein wenig wie am Marterpfahl. Eindeutig muß ich die Initiative ergreifen.
Durch mein Vorhandensein bin ich gezwungen etwas zu tun. Das wird erwartet. Obwohl ich ja Schriftsteller bin, also einer der von berufswegen schreibt. Und nur das. Wenn man beim Herstellen von Literatur von Arbeitsteilung sprechen würde, gäbe es vier Stufen: eine oder einer schreibt, eine oder einer stellt das Buch her, eine oder einer verkauft es, und eine oder einer liest es. Nur ich habe kein Buch vor mir, sondern beschriebene Blätter, es gibt zurzeit nichts herzustellen, nichts zu verkaufen und wie es scheint, will auch keine oder keiner lesen. Also tue ich es und beginne:
Ich sitze in einem Raum, vor mir eine Anzahl von Menschen, die mir zum Teil bekannt ist, zum Teil nicht. Ich blicke in einige Augenpaare und spüre etwas von Erwartung. Eine junge Frau, eine ältere Dame, ein graumelierter Herr. Franz, Margit, Herbert.
Alle sind neugierig.
Schließlich muß es ja einen Grund für diese spezielle Situation geben. Ich fühle mich ein wenig wie am Marterpfahl. Eindeutig muß eine Initiative ergreifen.
Durch mein Vorhandensein bin ich gezwungen etwas zu tun. Das wird erwartet.
Obwohl ich ja Schriftsteller bin, also einer der von berufswegen schreibt.
Im Hintergrund gähnt einer, es scheint, er kennt das Gelesene. Und ich höre auf.

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